Het is toch goed te kijken hoe andere multnationals zoiets aanpakken. Na alle schandalen die we de afgelopen jaren gehad hebben, zou er nu eindelijk een sfeer moeten ontstaan dat het gewoon niet meer geaccepteerd wordt dat CEO's frauderen. Met al die transacties in het Verre Oosten, in China en India moet je het volste vertrouwen hebben dat men enkel en alleen voor het bedrijf werkt en niet ook nog een beetje voor zichzelf.
Geen theater meer bij Siemens. En terecht, want wie dat zoals ik een beetje gevolgd heeft; het werd een cultuur van omkopingen, van elkaar indekken, van fraude en men wil daar terecht "tabula rasa" mee maken. Een schone lei beteketnt ook: Wie fout deed eruit! Leer van de harde maatregelen bij Siemens. Publikatie zojuist in Financial Times Deutschland
Het artikel kreeg tot nu toe al 45 aanbevelingen, hetgeen uitzonderlijk veel is. Ook in Duitsland leeft het gevoel dat het eens gedaan moet zijn met frauderende CEO's.
Kein Theater mehr mit Siemens «
von Thomas Fromm (München)
Ein detailliertes Regelwerk der Korruptionsbekämpfer des Konzerns soll künftig regeln, was erlaubt ist und was nicht. Die Mitarbeiter sind ratlos.
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Diesen Artikel jetzt anhören Das hat sich wohl auch die Antikorruptionsabteilung im gebeutelten Siemens-Konzern gedacht - und teure Vergnügen dieser Art auf den Index gesetzt. Mit dem neuen internen Compliance-Leitfaden wird es künftig nicht nur schwerer, seine Geschäftspartner mit großen Geschenken und kleinen Aufmerksamkeiten zu überraschen. Auch das Freizeitprogramm wird durch die Richtlinien stark eingeschränkt. "Einladungen zu Unterhaltungsveranstaltungen, wie zum Beispiel Theateraufführungen, Konzerten, Kultur- und Sportveranstaltungen, haben eine nur begrenzte unmittelbare Bedeutung für die beruflichen Pflichten eines Angehörigen des öffentlichen Sektors oder für eine Geschäftsbeziehung", heißt es dort ein wenig umständlich formuliert. Daher könnten sie "den Anschein von Unredlichkeit erwecken".
Wer seine Geschäftspartner des Abends in ein feines Restaurant einlädt, sollte darauf achten, dass die Ehegatten zu Hause bleiben. Ausnahmen sind natürlich gestattet. Zum Beispiel wenn "gesellschaftliche und kulturelle Gebräuche" dies erforderten. Niemand könne nach Meinung der Korruptionsbekämpfer etwas gegen ein "vielbesuchtes Nachbarschaftspicknick" oder einen "Empfang in einem Festzelt" haben.
Die Angst geht um
Bei den Mitarbeitern herrscht Ratlosigkeit angesichts des detailfreudigen Regelwerks. "Jeder versteht, dass angesichts der Schmiergeldaffäre die Dinge verschärft werden", meint ein Angestellter. Nun aber gehe die Angst um, dass schon kleinste unbewusste Verstöße große Folgen haben könnten. "Die Grenzen sind unscharf: Wo fängt teurer Wein an, wo hört ein billiger Mittagslunch auf?"
Inzwischen hat das Thema auch den Gesamtbetriebsrat (GBR) erreicht. Der wäre vom Antikorruptionsbüro gern vor der Veröffentlichung der Verhaltensregeln nach seiner Meinung gefragt worden. "Der GBR sieht in den Richtlinien (...) mitbestimmungspflichtige Sachverhalte", heißt es in einem von Gesamtbetriebsratschef Ralf Heckmann unterzeichneten Rundschreiben. Man werde sich "ausdrücklich juristische Schritte in dieser Angelegenheit vorbehalten".
In Wahrheit geht es bei der ganzen Diskussion wohl wirklich um mehr als um die Frage, ab wann ein Geschenk als "extravagant" einzustufen ist. "Es ist Teil einer neuen Siemens-Kultur, dass so etwas einseitig beschlossen und den Mitarbeitern vorgesetzt wird", meint ein alter Siemensianer. Die Antikorruptionskämpfer hätten jetzt das Sagen.
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Aus der FTD vom 13.09.2007
© 2007 Financial Times Deutschland